Hansebrevet…1000km McPom

Warum fährt man 1000km Brevets durch die Provinz? Natürlich fehlt hier der Glamour von PBP oder LEL, aber es gehört einfach zur Randonneur 5000 Serie. Eigentlich sind diese Fahrten auch viel schwieriger als PBP oder LEL, weil die Infrastruktur eines großen Rennens fehlt. Man ist als Selbstversorger unterwegs. Die Kontrollstationen sind meistens Tankstellen und  keiner „verwöhnt“ einen mit Essen, Trinken, Dusche oder Schlafplatz.

Unser Basislager schlugen wir nur knapp 10km vom Start- und Zielort entfernt auf. Im City Camping Berlin stand unsere Bulli für eine Woche sicher. Außerdem konnten wir zwischen 6:00 Uhr und 22:00Uhr die Startphase der Flieger beobachten, unser Nachbar war der Flughafen Berlin Tegel. 🙂

Gestartet wurde das Brevet und die Pavee- (Kopfsteinpflaster) Suchfahrt am Amstelhouse Hostel in Berlin Moabit. Circa 65 Radler machten sich bei Windstärke 5  bis 6 und heftigen Böen gemeinsam auf den Weg in Richtung Norden.

Nach 30km lag Berlin und die ersten Kopfsteinpflasterpassagen hinter uns. Jetzt fanden wir eine gute Reisegeschwindigkeit und kurbelt uns zur ersten Kontrolle bei Kilometer 120 vor. Der Wind war hier unser ständiger Begleiter.

Die nächsten Kilometer führten uns über die Kontrolle Ducherow nach Gummlin. Jetzt lagen bereits mehrere Kopfsteinpflasterstrecken und der erste Plattenweg hinter uns. Zur Aufmunterung gab es in Gummlin eine kleine Versorgungsstation vom Veranstalter – sehr nett.

Über Bansin, Groß Kiesow erreichten wir in der ersten Nacht nach ca. 330km die Kontrollstelle Grimmen. Bis hierhin hatten wir zwei Plattfüsse und viel Kopfsteinpflaster zu ertragen. Eine Großbaustelle zwang uns auch noch zu einem Umweg von 10km, während die Rennradfahrer ihre Räder durch die Baustelle schieben bzw. tragen konnten. Immer schön locker bleiben. In Grimmen nahmen wir die alternative Route über Stralsund nach Rügen, wie viele andere der schnelleren Fahrer, da die Fähre in Stahlbrode erst wieder um 06:00Uhr fuhr und wir die erste Nacht durchfahren wollten. Nach 440 km erreichten wir schließlich auf Plattenwegen Kap Arkona. Hier war volle Konzentration gefragt um nicht von den Kanten zu rutschen und einen Achsenbruch zu riskieren.

Danach ging es weiter durch Rügen zurück nach Strahlsund. Es folgten noch einige Stadtdurchfahrten, die mit dem VM weniger Spaß machen, da das Anfahren an Ampeln immer Kraft kostet und die Aufmerksamkeit viel Konzentration erfordert. Zum Glück konnten wir einige Städte in der Nacht passieren und hatten dort die Straßen für uns. Warnemünde, Kühlungsborn, Wismar, und  Travemünde kamen noch vor der Kontrolle in Sereetz. Nach 720km legt wir uns an der Tankstelle für 90 Minuten auf unsere Thermarestmatten neben die Velomobile und schliefen sofort ein. Ein beginnender Regen weckte uns, sonst hätten wir bestimmt länger geschlafen. Wir waren ja nun schon die zweite Nacht unterwegs. Weiter ging die Städtetour über Bad Schwartau, Lübeck und Schwerin, quer durch Mecklenburg-Vorpommern. Sehr schöne Streckenabschnitte wurden immer wieder durch Ortsdurchfahrten mit Kopfsteinpflaster unterbrochen. Fahrer und Material wurden ordentlich durchgerüttelt und standen auf dem Prüfstand. Wir hofften nur, dass alle ohne Zusammenbruch durchhielten. Kurz vor Berlin zogen dunkle Wolken auf und ein kurzes, aber heftiges Gewitter ging über uns hernieder, was wenigsten einen abkühlenden Effekt mit sich brachte.

Am Samstagabend, nach 59,5 Stunden und 1050 Kilometer erreichten wir wieder das Amstelhouse Hostel in Berlin und wir waren froh diese Radprüfung erfolgreich zum Abschluss gebracht zu haben.

 

 

 

 

 

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11 Gedanken zu “Hansebrevet…1000km McPom

  1. Gratuliere! Unser Hanse-Brevet ist dank Streckenplaner Ralf mit einigen Platten- und Kopfsteinpflaster-Passagen gesegnet. Die habt ihr erfreulicherweise schadlos überstanden. Um dann den Vorteil der Velomobile bei Sturm und Gegenwind umso mehr zu „genießen“. Ich habe euch nur in der ersten Etappe gesehen, um dann nach Osten abzubiegen. An diesem Tag war nur „Begleitung“ angesagt. Unsere Bewährungsprobe wartet ab 13.7. mit der Dutch Capitals Tour auf uns. Bleibt munter!
    und „keep on riding“
    Dietmar

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Gabi,

      klar – klingt gut, aber unsere Kopf ist noch immer voll neuer Ideen.
      Mit dem VM entweder die Dutch Capitols Tour (in vier Jahren). Nächstes Jahr vielleicht zum SuperBrevet Skandinavien.
      Zuviel Berge sind mit dem VM nicht so toll, dann müssten wir mit dem Rennrad starten – schauen wir mal.

      Happy miles
      Thomas

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      1. Hallo Gabi,
        mit dem VM sind Berge sowohl rauf (Schnecke) als auch runter (Rakete) oft grenzwertig. Darum ich unsere Gegend (flach bis wellig) mit geringer Verkehrsdichte schon fast optimal.
        LEL sind wir z.B. mit dem Rennrad gefahren und brauchten Tage (oder waren es Wochen) zur vollständigen Erholung (Verspannungen lösen sich nur langsam) Beim VM steigen wir auch nach 1000km noch recht locker (aber durchgeschwitzt) aus der Kiste.
        happy miles Thomas 🙂

        Gefällt 1 Person

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